Mit diesem Test werden indirekt Mikroorganismen nachgewiesen, die Nitrat zu Nitrit reduzieren können.
Dem Test liegt das Prinzip der Griess’schen Probe zugrunde.
Das Testfeld enthält ein Amin und eine Kupplungskomponente.
Durch Diazotierung mit anschließender Kupplung entsteht ein rot gefärbter Azofarbstoff.
Da nur Nitrit ein Diazoniumsalz bilden kann, das zu einem Azofarbstoff kuppelt, sind falsch positive Resultate praktisch auszuschließen.
Bewertung
Der Nachweis erfasst Werte ab 0,05 bis 0,1 mg Nitrit/dL Harn. Jede Rosafärbung zeigt einen behandlungsbedürftigen Nieren- oder Harnwegsinfekt an.
Die Farbintensität hängt zwar von der Nitritkonzentration ab, erlaubt aber keine Aussage über den Infektionsgrad.
Ein negatives Resultat kann einen Harnwegsinfekt nicht ausschließen.
Falsch negative Resultate können durch hohe Ascorbinsäurekonzentrationen, bei der Antibiotica-Therapie,
bei zu niedrigem Nitratgehalt im Harn infolge nitratarmer Kost bzw. starker Verdünnung (Diurese) und bei zu geringer Verweildauer des Harns in der Blase auftreten.
Auch können Keime ohne die Fähigkeit der Nitrit-Bildung vorliegen.
Eine falsch positive Reaktionsfarbe kann durch im Harn ausgeschiedene Farbstoffe verursacht werden.
Diagnostik
Zu den harnpathogenen Keimen, die vorhandenes Nitrat zu Nitrit reduzieren,
zählen Escherichia coli (häufigster Erreger von Harnwegsinfekten), Aerobacter, Citrobacter, Klebsiellen, Proteus,
Salmonellen und teilweise Enterokokken, Pseudomonas und Staphylokokken.
Bei positivem Ausfall sollte stets eine mikroskopische Untersuchung und eine Resistenzprüfung angeschlossen werden.
