Der Test beruht auf dem Prinzip der Legal’schen Probe. Acetessigsäure und Aceton reagieren mit Nitroprussidnatrium im alkalischen Medium zu einem violetten Farbkomplex.
Bewertung
Acetessigsäure reagiert mit dem Testfeld empfindlicher als Aceton. Werte ab 10 mg Acetessigsäure/dL bzw. 50 mg Aceton/dL werden angezeigt.
Die Farbfelder sind folgenden Acetessigsäurekonzentrationen zugeordnet:
0 (negativ), 25 (+), 100 (++) und 300 (+++) mg/dL bzw.
0 (negativ), 2,5 (+), 10 (++) und 30 (+++) mmol/L
Phenylketone stören in höherer Konzentration, ergeben aber eine abweichende Färbung. ß-Hydroxybuttersäure, die chemisch nicht zu den Ketonen zählt,
wird nicht erfasst. Phthaleinverbindungen erzeugen auf dem Testfeld rötliche Farbtöne.
Diagnostik
Die Bildung der Ketonkörper (Acetessigsäure, Aceton und ß-Hydroxybuttersäure) erfolgt ausschließlich in der Leber.
Zur Ausscheidung von Ketonkörpern im Harn kommt es, wenn im Körper ein verstärkter Fettmetabolismus stattfindet.
Ketonurie tritt vorwiegend bei Ketoacidose im Gefolge des Diabetes mellitus auf und kann in Verbindung mit anderen
Stoffwechselstörungen zum Coma diabeticum führen.
Als weitere Ursachen einer Ketonurie kommen in Frage: Überdosierung von Insulin, Hungerzustände (z. B. Schlankheitskuren, Nulldiät),
bedrohliche Stoffwechselstörung während der Schwangerschaft (Hyperemesis gravidarum), acetonämisches Erbrechen bei Kleinkindern und fieberhafte Zustände insbesondere bei Infektionskrankheiten.
